Wer sich mit Inflation, Wertverlust und Geldwirtschaft befasst, hat beste Voraussetzungen, sich für werteschaffende Prinzipien zu interessieren, Werte, die nicht auf Schein und Styrophor, wie bei Supermarkt und Fastfoodbasieren, sondern auf echten Werten, im besten Falle Nährwerten…
Um im Smalltalk mit dem potentiellen Interessenten für Tantiemen herauszufinden, ob natürliche, naturkonforme Wertschöpfungsmodelle geschätzt werden könnten, ist die Frage wichtig: “Was ist Geld?” Dazu kann man das Zitat von Joseph Alois Schumpeter heranziehen: “Der Zustand des Geldwesens eines Volkes ist ein Symptom aller seiner Zustände.” - Jeder benutzt es, jeder hält es tagtäglich in den Händen. Und dennoch, oder gerade deswegen, ranken um das Geld so viele Mythen wie um kaum ein anderes gesellschaftliches Phänomen. So würde das Geld den Menschen zum Tanz um das Goldene Kalb verleiten und alles und jedes mit einem Preisschild versehen. Fast hat man den Eindruck, das Geld wird für alle Übel der Welt zur Verantwortung gezogen. Damit wir die Funktion des Geldes besser verstehen können, stellen wir uns zunächst eine Welt ohne Geld vor. In einer Naturalwirtschaft sind die Tauschbeziehungen zwischen den Menschen notwendigerweise stark begrenzt. Ein Wein-nachfragender Tischler müßte einen Weinhändler finden, der zum selben Zeitpunkt den von ihm produzierten Wein gegen einen Tisch tauschen möchte. Erschwerend kommt hinzu, daß viele Güter, wie in unserem Beispiel der Tisch, nicht einfach aufzuteilen sind. Wenn der Tischler nur ein Flasche Wein nachfragt, für seinen Tisch aber eigentlich 20 Flaschen als Kompensation verlangt, dann kommt der Tausch schlichtweg nicht zustande. Schließlich kann der Tisch nicht ohne Wertverlust in 20 Einzelteile aufgeteilt werden. Die Folge dieser starken Beschränkung der Tauschverhältnisse ist ein ziemlich niedriges Wohlstandsniveau, aus dem es kein Entrinnen gibt. Im Laufe der Zeit bildete sich auf dem Markt aber ein Gut heraus, das sich deutlicher leichter verkaufen ließ als alle anderen Güter, weil viele Leute dieses spezifische Gut haben wollten. Mit der zunehmenden Gewißheit über die höhere Absatzfähigkeit dieses Gutes wurde der oben beschriebene direkte Tausch vom indirekten Tausch abgelöst. Der indirekte Tausch erfolgt nicht über den direkten Austausch von Ware gegen Ware, also Wein gegen Tisch, sondern über den Umweg jenes Gutes, das in Erwartung der wesentlich leichteren Absetzbarkeit von immer mehr Marktteilnehmern nachgefragt wird. Dieses, den indirekten Tausch ermöglichende Gut bezeichnet man als das allgemein akzeptierte Tauschmittel oder kurz einfach als Geld. In der Menschheitsgeschichte nahmen unzählige Güter die Rolle des Geldes ein; Gänsefedern in Mexiko, Kabeljau in Island, Zucker in der Karibik, wobei sich aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften die beiden Edelmetalle Silber und Gold nach und nach in der gesamten Welt als Geld durchsetzten. Als allgemein akzeptiertes Tauschmittel erleichtert Geld die Tauschhandlungen der Menschen ungemein. Der Weinhändler muß nicht mehr einen Tischler ausfindig machen, der seinen Wein nachfragt, sondern er kann seinen Wein an einen Dritten gegen Geld und das erhaltene Geld in weiterer Folge gegen den gewünschten Tisch eintauschen, unabhängig davon, ob der Tischler ein Weingenießer ist oder nicht. Mit der enormen Erleichterung von Tauschhandlungen geht ein deutlicher Anstieg des materiellen Wohlstandsniveaus einher und zudem trägt Geld maßgeblich zur Entstehung jenes enggeknüpften Netzes an friedfertigen Sozialkontakten bei, das wir Gesellschaft nennen. Das heutige Papiergeld ist hingegen um die friedens- und gesellschaftsstiftende Funktion beinahe vollständig beraubt worden. Unsere Banknoten repräsentieren nicht mehr wie zu früheren Zeiten einen Anspruch auf eine bestimmte Menge Gold oder Silber, sondern entpuppen sich bei genauerem Hinsehen als ungedeckte Scheinwerte. Anstatt eines wertvollen Stücks Edelmetall überreicht der Käufer beim Kauf ein nahezu wertloses Stück Papier, erhält der Verkäufer ein farbig bedrucktes Stück Papier, das sich selbst repräsentiert. Hinter dieser Verpackung verbirgt sich kein wertvoller Inhalt. Eine Folge dieser Ent-wertung des Geldes sind die allerorts steigenden Preise. Die Manipulation des Geldes hat jedoch noch weiter reichende Konsequenzen auf das menschliche Verhalten. So lassen sich die Pervertierung des Geldes vom Tauschmittel zum Endzweck menschlichen Handelns, die zunehmende materielle Lebensorientierung und die gesellschaftlichen Auflösungstendenzen unmittelbar auf die fortwährende Manipulation des Geldes zurückführen. Diese jederzeit umkehrbare Entwicklung dem Geld an sich anzulasten, wäre hingegen fatal. Denn Geld ist dem Menschen beim friedvollen Schaffen von Wohlstand ein unentbehrliches Hilfsmittel, ohne dessen geniale Entdeckung weder gesellschaftliche Kooperation, noch ein Leben im materiellen Wohlstand denkbar wären. Die Frage in einem Smalltalkimpuls ist letztlich nur, ob man sein Geld in Werte ummünzt, und eine gute Entscheidung ist es, sie in “Nährwerte” umzumünzen und Nährwerte können auch Enzyme sein… Gut zu wissen, dass es ein Unternehmen gibt, das genau auf diese Fragen eine gute Antwort weiss.