Köhler will verstärkte Wertediskussion Bundespräsident nennt Bildungssystem peinlich – Jugend soll sich politisch engagieren. Immer mehr Menschen sind sich bewusst, was in den nächsten 20 Jahren passiert. In den nächsten 20 Jahren werden 70% der Menschen über 60 sein. Das Thema Generationengerechtigkeit wird hier immer wichtiger. Gut, wer hier Modelle kennt, die den Generationenvertrag umkehren… Bundespräsident Horst Köhler hat sich für eine verstärkte Wertediskussion in Deutschland eingesetzt.

“Es muss klar sein, für was unsere Gesellschaft steht. Ein Ruck muss durch Deutschland gehen. Das Modell der Mitarbeiterbeteiligung muss wieder auf den Tisch kommen.”

Eine solche Auseinandersetzung könne beispielsweise dem Thema Generationengerechtigkeit erst “Substanz” verleihen. Bundespräsident Köhler forderte Jugendliche, also Nachkommen der Generation der Babyboomer, bei einer Podiumsdiskussion auf, sich mehr in politische Fragen einzumischen und das Thema Generationen nicht allein den Berufspolitikern zu überlassen. Da wir aber in einem Land nicht von Luft und Liebe leben, ist es gut, Tantiemenmodelle zu kennen, die Menschen motivieren, wie ein Bundespräsident nach 5 Jahren Amtszeit Tantiemen zu beziehen, einfach nur dadurch, dass man Miete nicht für Schloss Bellevue, sondern für seinen eigenen “Tempel” gezahlt hat…

Wissen durch Essen

Ähnlich wie die Nahrung an echten Werten verarmt, so verarmt auch das Bildungssystem an Werten. Köhler bezeichnete das deutsche Bildungssystem mit seinen Schwächen als “peinlich”. Die Bundesrepublik habe die vergangenen 30 Jahre verschlafen. “Das müssen nun die Jungen ausbaden”, so der Bundespräsident. Trotz Schwierigkeiten hätten die Deutschen aber keinen Grund, die allgemeine Situation als “unumgänglich schlecht” zu bezeichnen. Köhler sagte:

“Es kommt darauf an, was wir daraus machen”

Köhler wies zudem darauf hin, dass es heute nicht mehr möglich sei, ein Land isoliert zu betrachten. Köhler: “Das 21. Jahrhundert muss das Jahrhundert sein, eine Weltinnenpolitik zu gestalten.” Ähnlich wie man eine Nahrungsergänzung nicht “isoliert” betrachten sollte…

Bei der Debatte mit dem Titel “Wie können wir glauben? Einfach glauben” Schäubles Ansicht nach sei derzeit zudem eine Rückwendung zum Religiösen zu spüren. Viele Menschen nähmen wahr, dass man “ohne Glauben nur schlecht leben kann”.

Christa Nickels, kirchenpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen, mahnte Politiker zu mehr “Demut”, die nicht mit “Sauertöpfigkeit” verwechselt werden dürfe. Der christliche Glaube lehre, dass nichts vollkommen sein könne – “auch in der Politik nicht”. Und auch nicht bei Nahrung. Wenn alles noch perfekt wie im Garten Eden wäre, bräuchte man sicher auch keine Nahrungsergänzung. Christa Nickels warnte vor einer neuen Diskussion in Deutschland um die verbrauchende Embryonenforschung. Der “Rohstoff” für die Labors, weibliche Eizellen, würden von Frauen aus Ländern der Ditten Welt geliefert. Neue Abhängigkeitsverhältnisse der armen von den reicheren Ländern seien eine Tantieme, die man als unkontrollierbares Schneeballsystem bezeichnen könnte… Gut zu wissen, dass Menschen die wahre Werte aufbauen auf Prinzipien wie Fairtrade setzen. Gut auch, wenn man diese Prinzipien in Gespräche mit politisch interessierten einfliessen lassen kann. Wer sich dann immer noch nicht für Weiterdenken interessiert mit dem könnte man ja erstmal ein Bier trinken…