Mo 23 Apr 2007
Neid auf Leistung durch Tantiemen?
Publiziert von hyperword under Stoffe des Lebens, Wirtschaft
Wer Tantiemen verdient, hat in den verschiedenen Ländern verschiedene Reaktionen seiner Umwelt zu erwarten. Während man in den USA Erfolg gönnt, findet man in Deutschland oftmals eine sogenannte “Neidkultur”. Wirklich offen über Tantiemen sprechen dürfen hier nur Autoren, Künstler oder Politiker. Manager dagegen haben es oftmals eher schwer. Ihre Leistung wird in Frage gestellt. Wer sich an dieser Neiddebatte beteiligt, hat beste Voraussetzungen, sich mit Tantiemenmodellen zu befassen, die eine Neidkultur von Natur aus nicht so stark aufkommen lassen…
Tradition von Tantiemen
Traditionell bedingt schon spricht man in Ländern wie Deutschland nicht so sehr über Geld. Geld hat man einfach. Und Geld verdienen ist traditionell eine Geschichte von Banken. Geld war geschichtlich immer eine Sache, die “saubere Deutsche” nicht angefasst haben. Nicht umsonst wurde das Thema schon im Mittelalter in die Hände jüdischer Menschen gelegt, die aus dem Thema Zins wiederum Gewinn erwirtschafteten, der insgeheime Neider wecken musste. Hätte man schon damals offen über Zusammenhänge gesprochen wäre sicherlich nicht auch eine fatale Neiddebatte in den 30er Jahren ausgebrochen…
Moderne Leistungsvergütungssysteme
Natürlich hat man heutzutage aus Fehlern gelernt und immer mehr Menschen sehen, dass Charaktereigenschaften wie Neid nicht wirklich der Gesundheit dienen. Stattdessen entwickeln immer mehr Firmen Ergebnisbeteiligungssysteme. Das sind Bonifikationssyteme, die selbst die Belegschaft entlohnen, eine Idee, die auch von Karl Marx hätte kommen können. Doch sind diese Abrechnungssysteme erst heutzutage durch Computerisierung überhaupt verfügbar. Früher war es rein technisch nicht möglich Arbeitserfolge bis in die kleinste Kapillare nachverfolgen zu können.
Wettbewerbsvorteil durch Tantiemenmodelle
In einer Zeit, in der Jerimy Rifkin “vom Ende der Arbeit” spricht, können ausgewogene Tantiemenmodelle sogar ein Wettbewerbsvorteil sein. Gerade in Hochkostenländern wie Deutschland ist man auf variable Kostenmodelle angewiesen, anstatt auf Fixkosten mit hohen Lohnnebenkosten und Sozialabgaben. Am besten sind hier daher Modelle, die Kunde und Empfehlungsgeber gleichsetzen. Immer mehr Firmen gehen daher dazu über, ihre Kunden zu Mitarbeitern zu machen. Zwar spricht rein rechtlich in Deutschland das Gesetz der progressiven Kundenwerbung noch dagegen, während in Frankreich das z.B. freier gehandhabt wird, aber dafür entwickeln sich daraus neue innovative Kulturen, die Tantiemen gesund und nachhaltig ausschütten… Wer sich mit der Debatte um Leistung und Neid befasst, sollte sich ebenso mit den Möglichkeiten, heutzutage Geld zu verdienen befassen.
