Fr 19 Jan 2007
Tantiemen über Unterschicht & U-Bahn?
Publiziert von nutriviva under Stoffe des Lebens
Wer Tantiemen verdient und dann mal ausnahmsweise schon um 8 Uhr in der U-Bahn sitzt, wird oft bemerkten, wie “UNTER-halten” viele Menschen auf dem Wege zum “Präkariat” sind. Präkariat ist dabei ein von Politikerlatein verschlüsselter Begriff für die “neue Unterschicht”, schliesslich soll sie es nicht so schnell merken, was mit ihr geschieht… Gerade in manch nördlichem Stadteil von Berlin ist es beobachtbar, dass ein Großteil aller Menschen, die da sitzen, nur zum Job fahren, weil sie es tun MÜSSEN, nicht weil sie Spass daran haben. Kein Wunder, schliesslich gehört ihnen das Unternehmen nicht selbst… Menschen hier an Tantiemen heranzuführen, kann dennoch Spass machen…
Natürlich kann man, wie bei vielen anderen Dingen, die das Leben schöner machen, nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Doch schon ein Blick durch die Runde wird einen Tantiemenexperten aufzeigen, wer mit Spass zur Arbeit fährt und wer nicht. Menschen, die bereits Tantiemen verdienen möchten natürlich nicht mit Menschen zusammenarbeiten, die selbst negativ sein. Frei nach dem Motto
Ein fauler Apfel, verdirbt den ganzen Korb.
Beginnen kann man durch aufmerksames Zuhören, hören, was Menschen sich unterhalten, ob über die Bildzeitung, den letzen Film oder die neuste Colakreation. Hier kann man dann ganz locker mitreden. Man kennt ja schliesslich aus Kindertagen auch noch die Phasen, wo man nicht selbst die Marke entwickelt hat, sondern “Untergehaltener” von Markenpolitik großer Firmen war. Man kann hier Fragen stellen, und durch Fragen herausfinden, ob jemand die Zusammenhänge von Wirtschaft und Wirtschaftspolitik kennt, oder rein generell, ob jemand die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung schon kennt…
Es wird viele Menschen geben, die einfach nicht weiter denken und das hinnehmen, was im Fernsehen kommt. Und natürlich kann man nicht in der U-Bahn gleich ein hochwertiges Gespräch beginnen. Man wird aber den ersten Schritt tun können, Menschen zu entdecken, die weiterdenken, Spass an ihrer Arbeit haben und wissen, dass man in seine Bildung und seine Gesundheit investieren muss, um zukünftig nicht in die Gesellschaft des Präkariats zu kommen… Diese Menschen abzuholen lässt sich nur über Smalltalk und nach dem Motto “Mit den Wölfen heulen”. Man kann z.B. fragen, was Britney Spears anders macht als andere und warum sie bereits mit 20 schon Tantiemen erhält… Wichtig ist in smalltalks in U-Bahn und S-Bahn aber nicht vom Essen zu sprechen, denn hier haben die wenigsten Menschen ein Qualitätsbewusstsein. Es sind Gesprächsansätze gefragt, die Menschen anregen, selbst etwas aus ihrer Situation zu machen und ihr Leben in die eigene Hand zu nehmen…
Dazu sollte man wissen, dass Menschen, die eh schon unten sind nur schwer hochziehen kann. Es ist leichter, andere menschen runterzuziehen, als 70 kg schwere Menschen mit sich zu tragen. Das ist wichtig zu wissen. Sobald man merkt ein “Untergrundmensch” denkt nicht weiter, so sollte man auch nicht übermässig viel Energie anwenden, Menschen hier die Zusammenhänge zwischen Ursache und Wirkung aufzuzeigen. Das macht wirklich nur sinn, wenn einem die Menschen wirklich sehr am Herzen liegen. Aber man sollte sich auch selbst davor schützen, nicht zu sehr Samariter für andere zu sein.
